Ob Produktdaten, Lagerbestände oder Bestellungen: Im E-Commerce müssen zahlreiche Systeme miteinander kommunizieren. Dafür kommen häufig APIs zum Einsatz. Doch welche Technologie eignet sich besser für den Datenaustausch – GraphQL oder REST?
Während REST auf klar definierte Ressourcen und Endpunkte setzt, ermöglicht GraphQL die gezielte Abfrage einzelner Datenfelder. Beide Ansätze haben unterschiedliche Stärken, die sich auf Performance, Entwicklungsaufwand und Flexibilität auswirken.
In diesem Artikel erfährst du, worin sich GraphQL und REST unterscheiden, welche Vor- und Nachteile sie bieten und wann welcher Ansatz sinnvoll ist. Anhand konkreter Shopify-Beispiele zeigen wir dir außerdem, wie sich beide Technologien in der Praxis verhalten.
GraphQL vs. REST: Was ist der Unterschied?
REST ist ein Architekturstil für APIs, bei dem Daten über definierte Ressourcen und Endpunkte bereitgestellt werden. GraphQL ist dagegen eine Abfragesprache und Laufzeitumgebung für APIs. Anwendungen können damit gezielt benötigte Datenfelder anfordern. Der wesentliche Unterschied liegt darin, wie Informationen abgefragt, strukturiert und zurückgegeben werden.
Wie funktionieren REST und GraphQL?
Beide Ansätze ermöglichen die Kommunikation zwischen Anwendungen.
Was ist eine REST API?
REST steht für Representational State Transfer. Der Architekturstil organisiert Daten als Ressourcen, die über bestimmte URLs, sogenannte Endpunkte, erreichbar sind.
Eine REST API verwendet üblicherweise HTTP-Methoden, um mit diesen Ressourcen zu arbeiten:
- GET: Daten abrufen
- POST: Ressourcen erstellen
- PUT oder PATCH: Ressourcen aktualisieren
- DELETE: Ressourcen entfernen
Ein Onlineshop könnte beispielsweise einen Produktendpunkt wie /products/42 bereitstellen. Eine GET-Anfrage liefert Informationen zu diesem Produkt zurück, häufig im JSON-Format.
Welche Daten enthalten sind, bestimmt die API. Je nach Implementierung lassen sich Antworten durch Parameter filtern oder auf bestimmte Felder beschränken. REST ist weitverbreitet und eignet sich besonders für klar definierte Ressourcen und überschaubare Integrationen.
Was ist GraphQL?
GraphQL ist eine Abfragesprache für APIs, die ursprünglich bei Facebook entwickelt und 2015 als Open-Source-Technologie veröffentlicht wurde. Anders als bei REST kann die anfragende Anwendung selbst festlegen, welche verfügbaren Felder sie benötigt.
Eine GraphQL API arbeitet üblicherweise mit einem zentralen Endpunkt. Ein Schema beschreibt die verfügbaren Datentypen, Felder und Beziehungen.
Drei Konzepte sind dabei besonders wichtig:
- Queries: Lesen Daten aus.
- Mutations: Erstellen, verändern oder löschen Daten.
- Subscriptions: Ermöglichen bei entsprechender Implementierung ereignisbasierte Aktualisierungen.
Das bietet Vorteile, wenn unterschiedliche Anwendungen auf dieselbe Datenquelle zugreifen. Eine mobile Shopping-App kann beispielsweise ausschließlich Produktnamen und Preise anfordern, während ein Warenwirtschaftssystem weitere Produktinformationen verarbeitet.
GraphQL vs. REST: Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
| Kriterium | REST | GraphQL |
|---|---|---|
| Grundkonzept | API-Architekturstil | Abfragesprache und Laufzeitumgebung |
| Endpunkte | Häufig mehrere ressourcenbezogene URLs | Üblicherweise ein zentraler Endpunkt |
| Datenabfrage | Über Endpunkte und optionale Parameter | Über eine gezielte Auswahl von Feldern |
| Datenumfang | Durch die API-Antwort bestimmt und teilweise filterbar | Auf angeforderte Felder ausgerichtet |
| Versionierung | Häufig explizite API-Versionen | Weiterentwicklung über Schemaänderungen möglich |
| Caching | Etablierte HTTP-Caching-Mechanismen | Häufig zusätzliche Caching-Strategien erforderlich |
| Fehlerbehandlung | Vor allem HTTP-Statuscodes | HTTP-Statuscodes und strukturierte Fehlermeldungen |
| Komplexität | Oft einfacher bei überschaubaren Ressourcen | Flexibel bei komplexen Datenbeziehungen |
Der größte praktische Unterschied liegt in der Kontrolle über den Datenabruf. GraphQL ermöglicht eine präzisere Auswahl der benötigten Informationen, während REST stärker auf vordefinierte Ressourcenstrukturen setzt.
Allerdings können auch REST APIs gezielte Feldauswahl und komplexe Datenabfragen unterstützen. Welche Möglichkeiten tatsächlich bestehen, hängt von der jeweiligen Implementierung ab.
GraphQL vs. REST im Codevergleich: Produktdaten aus Shopify abrufen
Angenommen, du betreibst einen Shopify-Store und möchtest Produktinformationen für eine externe Anwendung bereitstellen.
Benötigt werden der Produktname sowie die Namen und Preise der beiden vorhandenen Produktvarianten.
Für den Vergleich verwenden wir die Shopify Admin API in der Version 2026-10. Da Shopify die REST Admin API mittlerweile als Legacy einstuft, dient sie hier vor allem zur Veranschaulichung der technischen Unterschiede. Die Beispiele verwenden fiktive Produkt-IDs und setzen jeweils gültige API-Zugangsdaten voraus.
Produktdaten mit REST abrufen
Über die REST Admin API kannst du ein Produkt anhand seiner ID abrufen.
Eine entsprechende Anfrage sieht so aus:
curl --request GET \
"https://dein-shop.myshopify.com/admin/api/2026-10/products/123456789.json?fields=title,variants" \
--header "X-Shopify-Access-Token: $SHOPIFY_ADMIN_TOKEN"
Die Anfrage enthält den Produktendpunkt und eine beispielhafte Produkt-ID. Über den Parameter fields wird die Antwort auf die Produktfelder title und variants beschränkt.
Eine vereinfachte JSON-Antwort könnte so aussehen:
{
"product": {
"title": "Baumwollshirt",
"variants": [
{
"id": 111,
"title": "S",
"price": "29.90",
"sku": "SHIRT-S"
},
{
"id": 222,
"title": "M",
"price": "29.90",
"sku": "SHIRT-M"
}
]
}
}
Die Antwort wurde zur Veranschaulichung gekürzt. Die tatsächliche API-Antwort kann zusätzliche Eigenschaften der Varianten enthalten.
Wichtig ist: Shopify stellt die Produktvarianten bereits über den Produktendpunkt bereit. Es ist also keine zweite Anfrage erforderlich.
Allerdings kannst du über den REST-Parameter fields zwar die Produktfelder auswählen, aber nicht beliebig bestimmen, welche einzelnen Eigenschaften innerhalb der eingebetteten Variantenobjekte zurückgegeben werden.
Die verfügbaren Endpunkte und Parameter sind in der offiziellen Shopify-Dokumentation zur REST-Produktressource beschrieben. Dort findest du auch Hinweise zu veralteten Produktoperationen.
Produktdaten mit GraphQL abrufen
Dieselben Informationen lassen sich über die GraphQL Admin API abrufen. Anders als bei REST wird die gewünschte Datenstruktur direkt in der Abfrage definiert.
Eine vollständige HTTP-Anfrage mit cURL sieht beispielsweise so aus:
curl --request POST \
"https://dein-shop.myshopify.com/admin/api/2026-10/graphql.json" \
--header "Content-Type: application/json" \
--header "X-Shopify-Access-Token: $SHOPIFY_ADMIN_TOKEN" \
--data '{"query":"query { product(id: \"gid://shopify/Product/123456789\") { title variants(first: 2) { nodes { title price } } } }"}'
Die eigentliche GraphQL-Abfrage lässt sich übersichtlicher darstellen:
query {
product(id: "gid://shopify/Product/123456789") {
title
variants(first: 2) {
nodes {
title
price
}
}
}
}
Mit first: 2 werden maximal zwei Varianten angefordert. In unserem Beispiel entspricht das allen vorhandenen Varianten.
Die vereinfachte JSON-Antwort sieht so aus:
{
"data": {
"product": {
"title": "Baumwollshirt",
"variants": {
"nodes": [
{
"title": "S",
"price": "29.90"
},
{
"title": "M",
"price": "29.90"
}
]
}
}
}
}
GraphQL gibt ausschließlich die angefragten Datenfelder zurück. Zusätzliche Informationen wie Varianten-ID oder SKU sind nicht enthalten.
Die konkrete Struktur einer Abfrage hängt vom GraphQL-Schema der verwendeten API ab. Die verfügbaren Felder findest du in der offiziellen Shopify-Dokumentation zur GraphQL-Produktabfrage.
Was zeigt der direkte Vergleich?
Beide Ansätze liefern in diesem Beispiel die benötigten Produktinformationen mit einer einzigen HTTP-Anfrage. Der Unterschied liegt vor allem im Umfang und in der Struktur der Antworten:
- REST liefert die ausgewählten Produktfelder einschließlich der von der API vorgesehenen Varianteninformationen.
- GraphQL ermöglicht die Auswahl einzelner Felder innerhalb der Variantenobjekte und kann dadurch unnötige Informationen vermeiden.
Das kann besonders bei umfangreichen Produktkatalogen hilfreich sein.
Wer beispielsweise Produktdaten aus einem Shopify PIM für unterschiedliche Vertriebskanäle verarbeitet, muss häufig große Mengen an Produkt- und Varianteninformationen austauschen. Eine gezielte Feldauswahl kann dabei das übertragene Datenvolumen reduzieren. Ein geringeres Datenvolumen bedeutet jedoch nicht automatisch eine kürzere Antwortzeit.
GraphQL oder REST: Was ist schneller und sicherer?
Die Performance einer API hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Anzahl der Netzwerkanfragen, das übertragene Datenvolumen, die Serverlast und die eingesetzten Caching-Mechanismen. Auch die Sicherheit wird nicht allein durch die Entscheidung für GraphQL oder REST bestimmt.
Netzwerkanfragen und Latenz
Jede API-Anfrage benötigt Zeit für die Kommunikation zwischen Anwendung und Server. Diese Verzögerung wird als Netzwerklatenz bezeichnet. Wenn eine Anwendung Informationen aus mehreren REST-Endpunkten nacheinander abrufen muss, kann die gesamte Wartezeit steigen.
GraphQL kann miteinander verknüpfte Informationen häufig in einer Anfrage zusammenführen.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel:
Angenommen, eine Anwendung benötigt Daten aus drei Ressourcen. Jede sequenzielle Anfrage verursacht 80 Millisekunden reine Netzwerklatenz.
- Drei nacheinander ausgeführte REST-Anfragen: etwa 240 Millisekunden
- Eine GraphQL-Anfrage: etwa 80 Millisekunden
Diese Werte sind hypothetisch und stellen keinen Performance-Benchmark dar. Sie berücksichtigen insbesondere keine Serververarbeitungszeit.
REST-Anfragen können außerdem parallel ausgeführt werden. Dann addieren sich ihre Netzwerklatenzen nicht auf dieselbe Weise. Ob GraphQL dadurch tatsächlich schneller ist, hängt vom gesamten Anfrageablauf ab.
Datenvolumen: Overfetching und Underfetching
Zwei typische Herausforderungen beim Datenabruf sind Overfetching und Underfetching.
- Overfetching bedeutet, dass eine API mehr Informationen überträgt, als die Anwendung benötigt.
- Underfetching liegt vor, wenn eine Antwort nicht alle benötigten Informationen enthält und weitere Anfragen erforderlich werden.
GraphQL kann beide Probleme reduzieren. Anwendungen wählen die gewünschten Felder aus und können zusammengehörige Daten innerhalb einer Abfrage anfordern.
REST kann ebenfalls effiziente Abfragen ermöglichen, beispielsweise über Feldfilter oder speziell entwickelte Endpunkte. Welcher Ansatz weniger Daten überträgt, hängt deshalb von den konkreten Anfragen und Antworten ab.
Serverlast und komplexe Abfragen
Eine GraphQL-Abfrage kann zahlreiche miteinander verknüpfte Daten abrufen. Das reduziert möglicherweise die Anzahl der Netzwerkanfragen, kann aber zusätzliche Serverarbeit verursachen.
Bei selbst entwickelten GraphQL APIs kann beispielsweise das sogenannte N+1-Problem auftreten: Für eine Liste von N Produkten werden zusätzlich N einzelne Datenbankabfragen ausgeführt.
Das lässt sich unter anderem durch Batching vermeiden. Dabei werden mehrere Datenbankzugriffe zu gemeinsamen Abfragen zusammengefasst. Auch Pagination ist wichtig. Große Datenmengen werden dabei in kleinere Abschnitte aufgeteilt, statt sie vollständig mit einer einzigen Anfrage abzurufen.
Bei Shopify übernimmt die Plattform die interne Verarbeitung der Admin API. Für die anfragende Anwendung bleibt dennoch entscheidend, wie umfangreich und komplex die angeforderten Daten sind.
Caching und wiederholte Datenabfragen
Caching bedeutet, häufig benötigte Daten zwischenzuspeichern, um wiederholte Abfragen zu beschleunigen.
- REST kann etablierte HTTP-Mechanismen wie Cache-Control und ETags nutzen. Dadurch lassen sich insbesondere GET-Antworten häufig unkompliziert zwischenspeichern.
- GraphQL-Abfragen werden dagegen oft per POST an denselben Endpunkt gesendet. Das erschwert ein einfaches URL-basiertes Caching.
Allerdings lassen sich auch GraphQL-Anwendungen effizient zwischenspeichern, beispielsweise durch spezialisierte Client-Caches oder persistierte Abfragen.
Für die gesamte Website-Performance spielen darüber hinaus weitere Faktoren eine Rolle. Beim serverseitigen Rendering können langsame API-Abfragen beispielsweise die Erstellung einer Produktseite verzögern.
Fehlerbehandlung bei REST und GraphQL
REST APIs verwenden HTTP-Statuscodes, um den Erfolg oder Fehler einer Anfrage anzuzeigen. Beispielsweise steht 404 für eine nicht gefundene Ressource und 500 für einen Serverfehler. GraphQL nutzt zusätzlich strukturierte Fehlermeldungen im Antwortfeld errors.
Eine GraphQL-Anfrage kann mit dem HTTP-Status 200 beantwortet werden, obwohl einzelne Operationen fehlgeschlagen sind. Die Anwendung muss deshalb auch den Antwortkörper überprüfen.
Bei Shopify werden entsprechende Fehler unter anderem über das Feld errors und zusätzliche Fehlercodes beschrieben. Weitere Informationen findest du in der offiziellen Shopify-Dokumentation zur API-Fehlerbehandlung.
Sicherheit und Zugriffsrechte
Weder REST noch GraphQL ist grundsätzlich sicherer. Beide Ansätze benötigen zuverlässige Authentifizierungsverfahren, Berechtigungsprüfungen und geeignete Schutzmechanismen gegen missbräuchliche Anfragen.
Bei GraphQL ist besonders wichtig, welche Felder und Datenbeziehungen eine Anwendung abfragen darf. Umfangreiche oder stark verschachtelte Abfragen sollten außerdem begrenzt werden, um eine übermäßige Serverlast zu vermeiden.
Bei Shopify bestimmen die vergebenen API-Berechtigungen, auf welche administrativen Ressourcen eine Anwendung zugreifen darf. Zugriffstoken müssen ebenfalls vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden.
API-Limits bei Shopify
Neben der Antwortzeit beeinflussen API-Limits, wie viele Daten innerhalb eines bestimmten Zeitraums verarbeitet werden können. Shopify verwendet für REST und GraphQL unterschiedliche Limitierungsverfahren.
| REST Admin API | GraphQL Admin API |
|---|---|
| Anfragebasiertes Limit | Kostenbasiertes Limit |
| Einzelne API-Aufrufe werden gezählt | Komplexität der Abfragen wird berücksichtigt |
| Jede Anfrage beansprucht grundsätzlich einen Aufruf | Unterschiedliche Abfragen können unterschiedlich hohe Kosten verursachen |
| Optimierung über effiziente Anfrageplanung | Optimierung über gezielte Feldauswahl, Pagination und Abfrageplanung |
Bei GraphQL berechnet Shopify die angeforderten und tatsächlichen Abfragekosten. Die Antwort enthält Informationen zum Verbrauch und zur verfügbaren Kapazität.
Eine komplexe GraphQL-Abfrage kann deshalb deutlich mehr Kapazität beanspruchen als eine einfache Abfrage. Bei umfangreichen Produktkatalogen bietet Shopify außerdem Bulk Operations. Damit können große Datenmengen asynchron abgerufen werden.
Die technischen Grundlagen findest du in der Shopify-Dokumentation zu GraphQL-API-Limits und im Leitfaden zu GraphQL Bulk Operations.
Wie lässt sich die Performance zuverlässig vergleichen?
Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten REST- und GraphQL-Abfragen unter möglichst ähnlichen Bedingungen getestet werden.
Wichtige Kennzahlen sind:
- Antwortzeit: Wie lange benötigt die vollständige Anfrage? Neben dem Median ist das 95. Perzentil (p95) hilfreich. Es zeigt, innerhalb welcher Zeit 95 % der gemessenen Anfragen abgeschlossen sind.
- Datenvolumen: Wie groß sind die übertragenen Anfragen und Antworten?
- Serverauslastung: Wie viel Rechenleistung benötigen die jeweiligen Abfragen?
- Fehlerquote: Wie häufig treten Fehler, Zeitüberschreitungen oder Limitierungen auf?
Die Tests sollten dieselben benötigten Daten abdecken und vergleichbare Netzbedingungen verwenden. Auch der Einfluss unterschiedlicher Caching-Zustände sollte berücksichtigt werden. Nur so lässt sich beurteilen, welche Lösung im jeweiligen Anwendungsfall tatsächlich effizienter arbeitet.
Wann eignet sich GraphQL und wann REST?
Die Wahl hängt von den vorhandenen Systemen und den Anforderungen deiner Anwendungen ab.
| Anwendungsfall | Geeigneter Ansatz |
|---|---|
| Einfache API mit wenigen Ressourcen | Häufig REST |
| Unterschiedliche Datenanforderungen mehrerer Frontends | Häufig GraphQL |
| Bestehende Schnittstelle zu einem ERP-System | Abhängig von den unterstützten APIs |
| Neue öffentliche Shopify-App | GraphQL Admin API |
| Individuelles Headless-Frontend mit Shopify | GraphQL Storefront API |
| Komplexe Datenabfragen über mehrere Ressourcen | Häufig GraphQL |
GraphQL für flexible E-Commerce-Anwendungen
GraphQL eignet sich besonders für Anwendungen, die unterschiedliche oder komplex miteinander verknüpfte Daten benötigen.
Ein typisches Beispiel ist Headless Commerce. Dabei werden Frontend und Backend getrennt, sodass verschiedene Benutzeroberflächen über APIs auf die Commerce-Funktionen zugreifen können. Eine mobile Anwendung kann beispielsweise andere Produktinformationen benötigen als eine Desktop-Anwendung. GraphQL ermöglicht beiden, gezielt die gewünschten Daten anzufordern.
Auch bei Composable Commerce kann GraphQL hilfreich sein. Hier werden spezialisierte Softwarekomponenten zu einer individuellen E-Commerce-Architektur verbunden. Allerdings müssen nicht sämtliche beteiligten Systeme GraphQL verwenden.
REST für etablierte und überschaubare Integrationen
REST kann weiterhin sinnvoll sein, wenn Anwendungen wenige klar definierte Ressourcen benötigen oder bereits stabile REST-Schnittstellen vorhanden sind.
Ein Beispiel ist die Anbindung externer Unternehmenssysteme. Bei einer ERP-Integration hängt die Wahl der Schnittstelle unter anderem davon ab, welche APIs das verwendete ERP-System unterstützt. Auch in komplexen B2B-E-Commerce-Softwarearchitekturen können REST- und GraphQL-Schnittstellen nebeneinander existieren.
Entscheidend ist, dass die beteiligten Systeme Daten zuverlässig austauschen können und die Architektur langfristig wartbar bleibt.
GraphQL und REST bei Shopify: Was gilt aktuell?
Shopify setzt bei der Weiterentwicklung seiner administrativen APIs auf GraphQL.
Seit dem 1. Oktober 2024 gilt die REST Admin API als Legacy API. Seit dem 1. April 2025 müssen neue öffentliche Shopify-Apps die GraphQL Admin API verwenden. Bestehende REST-Integrationen werden dadurch nicht automatisch vollständig abgeschaltet. Für neue Entwicklungen sind jedoch die aktuellen Plattformanforderungen zu berücksichtigen. Die offiziellen Vorgaben sind in der Shopify-Dokumentation zur REST Admin API beschrieben.
GraphQL Admin API
Die GraphQL Admin API ermöglicht Anwendungen den Zugriff auf administrative Funktionen, beispielsweise zur Verwaltung von Produkten, Bestellungen und Lagerbeständen.
Sie eignet sich für Backend-Integrationen und individuelle Anwendungen, die Geschäftsprozesse eines Shopify-Stores unterstützen. GraphQL ist außerdem ein zentraler Bestandteil von Shopifys übergreifender API-Architektur. Der Beitrag zur Unified Commerce API erläutert, wie sich unterschiedliche Handelsprozesse und Systeme miteinander verbinden lassen.
Die verfügbaren Abfragen und Funktionen findest du in der offiziellen GraphQL Admin API-Dokumentation.
GraphQL Storefront API
Die Storefront API ermöglicht individuelle Einkaufserlebnisse und wird unter anderem für Headless-Frontends eingesetzt.
Über die Schnittstelle können Anwendungen beispielsweise Produkte und Kollektionen abrufen sowie Warenkörbe verwalten. Sie richtet sich damit vor allem an kundenorientierte Anwendungen, während die Admin API administrative Funktionen bereitstellt.
Bei individuellen Frontends spielen auch die Anforderungen an den Headless Checkout eine Rolle. Dabei müssen unter anderem Warenkorb, Checkout und die Übergabe relevanter Informationen zuverlässig zusammenspielen.
Die technischen Grundlagen erläutert die offizielle Shopify-Dokumentation zur Storefront API.
Echtzeitdaten und automatisierte Prozesse
GraphQL unterstützt als Technologie Subscriptions. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede GraphQL API diese Funktion bereitstellt.
Shopify verwendet für Ereignisbenachrichtigungen unter anderem Webhooks. Damit können externe Anwendungen beispielsweise über neue Bestellungen oder Änderungen an Produktdaten informiert werden. Auch die Shopify Flow-Automatisierung ermöglicht ereignisbasierte Abläufe. Sie kann Geschäftsprozesse automatisieren, ohne dass für jeden Anwendungsfall eine eigene API-Integration entwickelt werden muss.
Die Auswahl zwischen API-Abfragen, Webhooks und Automatisierungen hängt davon ab, ob Daten aktiv abgerufen, Änderungen gemeldet oder Geschäftsprozesse ausgeführt werden sollen.
Von REST zu GraphQL wechseln: 5 Schritte
Wenn du eine bestehende REST-Integration auf GraphQL umstellen möchtest, ist eine strukturierte Migration sinnvoll. Dabei sollte nicht nur die technische Umsetzung betrachtet werden. Auch der Datenaustausch zwischen den beteiligten Systemen muss zuverlässig funktionieren.
Gerade bei umfangreicher Datenintegration können unterschiedliche Datenmodelle, Berechtigungen und Synchronisierungsprozesse zusätzliche Anforderungen verursachen.
1. Bestehende API-Aufrufe erfassen
Dokumentiere, welche REST-Endpunkte verwendet werden und welche Daten deine Anwendung verarbeitet. Berücksichtige dabei sowohl lesende als auch schreibende Operationen.
2. Passende GraphQL-Abfragen entwickeln
Ordne die bisherigen Funktionen entsprechenden GraphQL-Queries und -Mutations zu. Prüfe, ob dieselben Datenfelder verfügbar sind und wie sich die Datenstrukturen unterscheiden.
3. Berechtigungen und Zugriffstoken überprüfen
Stelle sicher, dass deine Anwendung über die erforderlichen Berechtigungen verfügt. Prüfe außerdem, ob bestehende Zugriffstoken weiterhin geeignet sind oder angepasst werden müssen.
4. Datenqualität und Performance testen
Vergleiche die Ergebnisse der bisherigen REST-Anfragen mit den neuen GraphQL-Abfragen. Achte besonders auf vollständige Datensätze, Fehlerbehandlung, Antwortzeiten und API-Limits.
5. Integration schrittweise umstellen
Führe die neue Integration kontrolliert ein und überwache ihre Funktionsweise. Bei kritischen Geschäftsprozessen kann ein zeitlich begrenzter Parallelbetrieb sinnvoll sein, um Fehler frühzeitig zu erkennen.
Eine API-Migration muss nicht zwangsläufig einen vollständigen Plattformwechsel bedeuten. Bei umfangreichen Änderungen an der gesamten Commerce-Architektur kann sie jedoch Teil eines größeren E-Commerce-Replatformings sein.
Fazit: GraphQL oder REST – welche API ist die richtige?
Ob GraphQL oder REST besser geeignet ist, hängt von den Anforderungen deiner Anwendung ab. REST überzeugt durch klare Ressourcenstrukturen, etablierte HTTP-Mechanismen und seine breite Unterstützung. GraphQL bietet dagegen mehr Flexibilität beim Datenabruf und kann besonders bei komplexen Datenbeziehungen Vorteile bringen.
Auch bei der Performance gibt es keinen eindeutigen Gewinner: Entscheidend sind unter anderem die Anzahl der Anfragen, das übertragene Datenvolumen, die Serverlast und das Caching.
Für Shopify spielt GraphQL eine zentrale Rolle. Neue öffentliche Apps müssen die GraphQL Admin API nutzen, während bestehende REST-Integrationen weiterhin anhand ihrer technischen Anforderungen bewertet werden sollten.
Letztlich ist nicht die Technologie allein entscheidend, sondern wie effizient und zuverlässig sie die Prozesse deines Onlineshops unterstützt.




